Die Mo

Die Mo :-)

Im Ruhrpott 1970 das Licht der Welt erblickt - und nach einem Jahr Umsiedlung ins Sauerland.

Immer aufgekratzt und "dagegen", in den wilden 80ern und 90ern das Haus gerockt. Niemand hat je gedacht, dass die Mo wirklich ruhig wird. Recht haben sie gehabt. Noch kurz vor dem Millennium ab nach München und von dort aus für ein paar Jahre ins Allgäu. Ich dachte, dass ich dort mit Mann und Hund sesshaft werde. Dem war nicht so ... nach einigem Hin und Her und hoch und runter bin ich für einige Jahre im Mittelfränkischen "hängen" geblieben und nun fest im Sattel im Schwabenländle.

Im Mittelfränkischen - genauer gesagt in Mitten der Fränkischen Seenlandschaft und dem fränkischen Jura - habe ich auch mit stolzen 42 Jahren meine Motorrad-Pappe "nachgeholt". Ich hatte ja in den 90ern schon mal angefangen. Aber die K100 und ich wollten einfach keine Freunde werden. Also habe ich abgebrochen und das Projekt vergessen. Bis Anfang 2013 ein ziemlich heftiges privates Erlebnis mich dazu brachte, wieder das zu tun, was MIR gut tut. Und das war das Projekt "Motorradführerschein offen".

Im Februar begonnen, natürlich nur Theorie. 10 Stunden habe ich absitzen dürfen und die Prüfung mit 3 Fehlerpunkten geschafft. Reicht ja - durch ist durch. Das Wetter hatte keine Gnade mit mir, und so dauerte es bis April als ich das erste Mal auf der 125er Duke saß und meine ersten Runden gedreht habe. Langsam habe ich mich dann zur 690er Duke hochgearbeitet. Ich hatte mir extra im Mai noch 2 Wochen Urlaub genommen, damit ich spätesten Ende des Monats endlich losfahren konnte. Schließlich stand meine 535er Virago schon im Schuppen und wartete darauf, endlich auf die Straße zu kommen. Bis dahin hatte ich das gute Stück mit Zahnbürste und Pfeifenreiniger so blitzeblank poliert, dass ich nicht mehr wusste, was ich sonst noch so machen könnte. Das mit dem Urlaub war prizipiell keine schlechte Idee - wenn da nicht die Oma gewesen wäre, die mich beim Linksabbiegen von hinten links überholt und mich vom Bike geholt hätte. Zack - ein paar wunderbare Prellungen, blaue Flecken und die Polizei, die selbige auch noch fotografierem wollte (abends um 22 Uhr ...)

Zurück zum Führerschein:

Das Ganze hat sich gut entwickelt bis zu meiner 1. Fahrprüfung (Wieviele Fahrprüfungen macht frau eigentlich so? Bedienen wir hier doch einmal das Klischee, dass Frauen auf Motorrädern nichts zu suchen haben.) Es hat bis zur letzten Übung - Langer Pylonenslalom - super geklappt. Da habe ich 2x die letzte Pylone umgesemmelt. Herzlichen Glückwunsch! Der Prüfer fragte mich nur, warum ich das nicht gleich am Anfang gemacht hätte - er hat selten jemanden gesehen, der die schweren Übungen so gut macht - dann hätte man sich Zeit gespart.

Also wieder alles auf Anfang. Noch mal  eine Fahrstunde und los zur nächsten Prüfung! Eine Woche später ging's frisch ans Werk, wieder mit dem selben Prüfer. Diesmal sind wir nicht weit gekommen, da ich in einer 1.Gang-bergauf-rechts-Spitzkehre mit Überhang die Kupplung gezogen und ich somit die Straße geküsste habe. Herzlichen Glückwunsch!

Aller guten Dinge sind 3 - also zwei Wochen später noch mal die Tortour. Welch Wunder, dieses Mal habe ich einen neuen Prüfer gehabt. Aber auch der hat mich quer durch die Pampa mit Bergauf-Rechtskurven vom Feinsten gejagt. Einmal das mittelfränkische Jura rauf und wieder runter. Dieses Mal sind weder Pylonen noch die Moni gefallen. Dieses Mal wirklich: Herzlichen Glückwunsch! Am 05. Juli 2013 habe ich endlich meine Pappe in der Hand halten dürfen. Seit dem ist keine Straße vor mir sicher.

Und weil zu zweit das Eisenhaufenfahren noch schöner ist, hat das Universum nachgeholfen und mir meinen Intruder-Fahrenden zukünftigen jetzt Ehemann geschickt.

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