Motorradwelt Bodensee zeigt wie Maschinen umgebaut werden

Friedrichshafen – Sie sind Handwerker, Büroangestellte, Verhaltenstherapeuten, Einzelhändler oder Wohnwagenverkäufer. Sprich, sie tummeln sich beruflich in fast allen Bereichen. Eines aber verbindet sie: ihr Hobby.

Die Biker lassen in der Werkstatt so lange an ihrem Motorrad herumschrauben, es umspritzen, aufpolieren und stylen bis nichts mehr an die Originalversion erinnert. Mancher legt beim Customizing auch selber Hand an. Auf der Motorradwelt Bodensee in Friedrichshafen von 29. bis 31. Januar konkurrieren diese Maschinen um den Best Bike Award. Die Bike Schmiede Süd zeigt im Foyer Ost am Beispiel einer Harley Davidson wie so ein Umbau vor sich geht.

 Honda Helix einmal anders

 


Honda HelixWenn Götz Christmann mit seiner 250er Honda Helix Baujahr 1997 irgendwo auftaucht, drehen sich die Leute garantiert nach ihm um. Es ist nicht der Sound, der für Aufsehen sorgt, sondern vielmehr das Outfit: roter Hochglanzlack, verkürztes Heck, kleine Schutzbleche, edle Trittbretter, zierlicher Schwingsattel, breiter Lenker, verstärkter Auspuff und glänzender Edelstahltacho. Der einstige Roller mit mickrigen 18 PS sieht aus wie ein Motorrad, vom Originalmodell ist nichts mehr zu erkennen. „Zwei Jahre habe ich mit dem Vorbesitzer verhandelt, bis er bereit war, mir den Bobber zu verkaufen“, erzählt Christmann aus Mochenwangen im Kreis Ravensburg. Diese Maschine, „eine Harley für Arme“ wie er selber sagt, ist mittlerweile sein ganzer Stolz. „Von solchen individuellen Modellen kursieren im Internet derzeit gerade mal vier Stück, aber keines ist so schön wie meines.“ Christmann ist Mitglied des Honda-Helix-Clubs und stellt sich auf dem Messegelände gemeinsam mit seinen Kollegen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor. Mit im Gepäck haben sie auch einen 30 Jahre alten umgebauten Roller.

 

Hauptsache kein Motorrad von der Stange


Motorradwelt presseLaut Bodo Hayen von der Bike Schmiede Süd in Esslingen gibt es den Trend nach Individualisierungen – neudeutsch Customizing – schon lange. Immer nach dem Motto: Hauptsache anders, Hauptsache kein Motorrad von der Stange. Allerdings verändern sich die Schwerpunkte permanent. „Neu ist, dass moderne Maschinen bewusst historisiert werden“, erklärt der 54-jährige Geschäftsführer. Sprich, im alten Stil komplett veredelt werden. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wenn, dann ist es eher der Geldbeutel, der so manchen Kundentraum platzen lässt.
Auf der Motorradwelt Bodensee stellt Hayen einen Querschnitt aus seinem Veredelungsprogramm für Harleys und Indians vor. Hinzu kommt die Showbühne im Foyer Ost, wo an einer Harley Davidson über alle drei Tage hinweg live geschraubt, gespritzt und poliert wird – und zwar immer zur vollen Stunde. „Die Besucher dürfen uns auf die Finger schauen und sich inspirieren lassen“, meint Bodo Hayen. Der Mann versteht übrigens sein Geschäft. Seine gestylten Modelle haben schon einige Preise geholt. Er selber fährt seit Mitte der 1980er-Jahre individualisierte Harleys, weil ihm die von der Stange „schon immer zu langweilig“ waren.


Ducati MonsterAuch Lina Pezzuto aus der Gegend von Zug in der Schweiz hat seit ihrem 18. Lebensjahr eine Schwäche für Custombikes. Die 39-jährige Büroangestellte tritt beim Best Bike Award mit einer umgebauten Ducati Monster Baujahr 2003 an. Ihr ganzer Stolz ist der kaffeebraun lackierte Rahmen mit Goldschimmer sowie der polierte Alutank. Hinzu kommen kleine, aber feine Details, wie beispielsweise Ledergriffe am Lenker oder abgesenkte Seitenspiegel. „Mein Mechaniker hat meine Wünsche perfekt umgesetzt“, sagt Pezzuto. Um selber herumzuschrauben, fehlt ihr leider das Knowhow.

 

Die Motorradwelt Bodensee läuft von Freitag, 29. bis Sonntag, 31. Januar 2016: Freitag von 11 bis 19 Uhr, Samstag von 10 bis 18 Uhr und Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Die Tageskarte kostet 11 Euro, ermäßigt 9 Euro. Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren zahlen 5 Euro. Die Familienkarte gibt es für 25 Euro. Am Messe-Freitag gibt es ein „Feierabend-Special“: ab 16 Uhr kostet der Eintritt 6 Euro bei freiem Parken. Online-Tickets für 9,50 Euro sind ab sofort im Internet erhältlich.

Weitere Informationen auf www.motorradwelt-bodensee.de und www.facebook.com/motorradweltbodensee.

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