Traditionsevent - Motorradwelt Bodensee

Das fünfte Mal in Folge, dass wir uns zur Motorradwelt Bodensee aufgemacht haben. Dieses Jahr allerdings schon am Freitag, um dem Trubel zu entgehen.

Von Schwäbisch Gmünd aus sind's 175 km bis zur Messe in Friedrichshafen. Abfahrt um 8.40 Uhr und Ankunft im Pressezentrum der Messe genau um 11 Uhr. Freitags öffnet die Motorradwelt sowieso erst um elf. Anfangs dachten wir, dass es doch recht voll wird, aber nach Halle 1 hat sich der Besucherstrom aufgelöst.

Neues Hallenkonzept

Die Messe besuche ich ja nun schon seit 5 Jahren. Jedes Jahr kam etwas dazu und in diesem Jahr war das Konzept schöner, größer und "luftiger". Während in den Jahren davor auch in den B-Hallen Action Areas angesiedelt waren, gab es in diesem Jahr auf dieser Seite weniger Action, dafür mehr Fläche für Aussteller und Themenwelten wie der Best Bike Award oder die Schrauber-Bühne.

Alle lauten und bezinträchtigen Action-Areas waren im A-Teil der Messe zu finden.

Hallen B1 - B3

Wir sind durch die Hallen B1 bis B3 eher "durchgeflogen". Nachdem wir bei Franziska Pröll von Business Woman Biker "Hallo" gesagt und ein angenehmes Schwätzchen gehalten hatten, sind wir weiter. Die Hallen waren herrlich leer, nichts hat einem den Blick verstellt, noch nicht mal Halbnackte :-)

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Alles wie immer: Für Chopper- und Cruiserfreunde wenig zu finden. Das Segment "klassisches Motorrad" wird von Triumph dominiert. Die neue Speedmaster kommt jetzt mit dem 1200 ccm Bobber-Motor daher. Sie hat allerdings die Fußrasten in einer bequemen, cruisertypischen Position vorne und der Sattel lässt sich nach vorne und hinten verschieben, je nach Beinlänge. Der Lenker folgt den Gesetzen eines Cruisers: Marke "Schubkarre". Als Sozius/Sozia bekommt man allerdings auch nur ein Sitzbrötchen und sollte selbst nicht viel Popofläche verbrauchen.

Triumph Speedmaster

 Suzuki hat gar keinen Chopper/Cruiser mehr am Start. Da gibt's nur noch GSX, SV und V-Strom. Schade, dass der ehemaliger Erbauer eines solch wunderbaren Choppers wie unserer Trude sich von Harley hat ins Bockshorn jagen lassen. Für mich ist der Intrudermotor (also der Intruder VS 1400) optisch immer noch der schönste luft-öl-gekühlte V2-Vergasermotor, den es auf dem Markt gab. 

Bei Honda, die mit der Rebel und der Shadow-Reihe auch klassische Soft-Chopper in den 80ern und 90ern des letzten Jahrtausends geschaffen haben, kam auch kein Feeling rüber. Die neue -Rebel ähnelt einem schlechten Kinder-Bonanza-Rad. Die sieht eher aus, als hätte man sich am vorhandenen Lager der Honda-Motorradteile bedient und irgendetwas zusammengeklopft, um auch so was ähnliches wie einen Bobber zu haben. Der Auspuff lässt vermuten, man habe ihn von einem der Roller-Modelle dran gedengelt. Für kleine Menschen unter 160 cm Körpergröße sicherlich eine Option, an dem allerdings ziemlich viel zum Umbauen einlädt.
Das Highlight bei Honda war die Vorstellung der neuen Goldwing. Wer eine moderne Schlachtschiffvariante erwartet hat, wurde enttäuscht. Die neue Goldwing sieht eher aus wie ein Polizei-Motorrad, LED wo man hin schaut und alles schön in Plastik verpackt. Brrr .... 

 Honda Rebel

Die Italiener waren dieses Jahr auch auf einem luftigen Stand vertreten. Motoguzzi hat die neuen V7III Modelle mitgebracht und die neuen V9 Modelle Roamer und Bobber präsentiert. Bei letzterem habe ich mir gleich beim Draufsetzen das linke Schienbein am Zylinder angehauen. Die Position der Fußrasten geht hier überhaupt nicht. Ständig kommt das Knie oder Schienbein mit dem gerade eingebauten V-Motor in Konflikt. Eine kleine Plastikabdeckung am Zylinder soll den Fahrer vor Brandwunden am Bein schützen ... das ich nicht lache. Manchmal frage ich mich, ob sich ein Ingenieur auch auf das drauf setzt, was er designt hat.
Die neue V7 III-Racer hat so einen häßlichen Plastik-Hintern, dass man froh ist, keine Chamäleonaugen mit Rundumblick zu haben. Dabei sind die Italiener doch für außergewöhnlich schönes Design bekannt. Schade. Die  V7 Modelle im Bereich "klassisch" gefielen mir immer sehr gut.

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Auf in den Urlaub

In diesem Jahr hatte der Tourismusbereich eine ganze Halle für sich. Perfekt. Leider fehlt den Bettenanbietern noch ein wenig der Dreh, wie man sich auf einer Messe attraktiv präsentiert. Die wollen doch, dass ich bei ihnen Urlaub mache - warum zeigen sie mir nicht, dass sie nicht nur Zimmer haben, sondern auch das gewisse Extra für den Biker? Langweilige Plakatwände und die üblichen Zick-Zack gefalteten Prospektblätter aus der Do-It-Your-Self-Word-Schmiede mit vielen Farbverläufen waren überall gegenwärtig. Das geht noch besser ;-) 
Insgesamt ist eine eigene Halle für den Tourismus gut gelungen und man hat endlich alles auf einem Fleck. Eine dicke Tasche mit vielen Prospekten für unsere kommende Saison haben wir auf jeden Fall mit nach Hause genommen.

In der Halle haben wir auch Andreas von Swizzlybiker getroffen. Wir hatten einen gemütlichen Plausch mit Käffchen und waren uns einig, dass wir mal zusammen die Eisenhaufen bewegen müssen.

Biker Leben live

Im letzten Jahr war die Halle B5 noch den Probefahrten vorbehalten, jetzt präsentierten sich hier die Vereine und der Best Bike Award. Eine super Halle, die uns am meisten Spaß gemacht hat. Die Exponate für den Award waren mit viel Platz ausgestellt - eine Wohltat für die Augen. So konnte man sich wirklich alles ganz genau ansehen, ohne dass einem ein anderes Bike den Blick verstellt hätte. So würde ich mir das auch auf der Custombike Show in Bad Salzuflen wünschen.

Gleich am Eingang zur Halle liefen wir Lipstick & Gasoline in die Arme. Es war am Freitag nicht viel los, was gut ist, um ohne Hektik ein Pläuschchen zu halten und sich in aller Ruhe ein T-Shirt zukaufen. So viel Engagement und Frauenpower muss unterstützt werden. 

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Hier gab es auch die Schrauberbühne und einen Saloon, der am Freitag noch nicht so gefüllt war. Zu meiner Überraschung waren auch die Modonnas mit einem Stand vertreten. Natürlich mussten wir hier ebenfalls anhalten und ein Schwätzchen halten. War zwischendurch etwas anstrengend, da die Brüder von BossHoss öfter mal ihre 8-Zylinder-Chevis angeschmissen hatten oder die Harley-Nachbarn ihr mitgebrachtes Hot Rod. Zwei Modonnas T-Shirts wanderten im Tausch gegen Papier in unsere Tasche, die dann endgültig voll war.

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Noch nie waren wir so lange auf der Messe - das neue Konzept der Organisation geht auf. Den Rückweg vom Ost-Flügel (Halle B5) nach Westen haben wir über die Actionhallen A5 bis A1 angetreten. Ohrstöpsel sind hier empfehlenswert. 

Ein guter Messebesuch

Diese Messe war die entspannteste, die ich in Friedrichshafen mitgemacht habe. Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass das erweiterte Hallenkonzept wirklich gut war. Vielleicht kann man noch eine Blogger-Ecke zum Netzwerken machen - nur mal so als Anregung.

Man kann von den Herstellern nicht erwarten, jedes Jahr DAS Bike raus zu lassen. Entsprechend langweilig empfand ich das Einerlei. Vielleicht stumpft man auch etwas ab, wenn man sich so intensiv mit dem Thema auseinander setzt.

Meine "goldene Himbeere" haben zwei Motorräder gewonnen und beide von Honda: die kleine Rebel und die Goldwing. Geht gar nicht.

Der Anteil der Frauen  wächst stetig: Die Business Woman Biker im Sektor Motorradtouren, dann die Bikerlady (die schon lange dazu gehören) und zwei Frauen-Clubs: Lipstick & Gasoline und die Modonnas. Alle mit einem eigenen Stand. Sollte ich jemanden übersehen oder vergessen haben: bitte melden - wir müssen in Kontakt treten :-)

Halbnackte waren am Freitag nicht zu sehen. Triumph hatte weibliches Standpersonal mit Ahnung, die auch was erklären konnten - Daumen hoch!

Motorradwelt Bodensee - immer empfehlenswert und für (fast) jeden was dabei. (Außer für Chopper/Cruiser Fans ... aber dafür kann die Messe ja nix ...)

 

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